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Das Herschel Weltraumteleskop

Das Herschel Space Observatory, kurz Herschel, ist der Name eines von der ESA entwickelten 3,4 t schweren Infrarot weltraumteleskops, das zusammen mit dem Planck-Weltraumteleskop mit einer Ariane-Rakete am 14. Mai 2009 gestartet wurde.

Das Teleskop ist in einer Umlauf bahn um den Lagrangepunkt L2 des Erde-Sonne-Systems positioniert und wurde nach dem Entdecker der Infrarotstrahlung Wilhelm Herschel benannt.

Planung und Inbetriebnahme

Das Projekt startete 1984 unter dem Namen Far Infrared and Submillimetre Telescope (FIRST). Das Budget beträgt ca. 1,1 Milliarden Euro. Der Hauptspiegel hat einen Durchmesser von 3,5 Metern, der aus zwölf Segmenten Siliciumcarbid bei EADS-Astrium in Toulouse gesintert wurde. Herschel hat somit den größten aus einem Stück bestehenden Spiegel, der bisher für ein Weltraumteleskop gefertigt wurde. Herschel wird somit für einige Jahre das Weltraum- teleskop mit dem größten Spiegel sein und in dieser Eigenschaft erst vom James Webb Space Telescope abgelöst werden (voraussichtlich 2018), das jedoch einen aufklappbaren Spiegel haben wird. Ein Weltraumteleskop mit einem größeren einteiligen Spiegel ist bisher nicht geplant. Zu den Hauptzielen von Herschel gehören Untersuchungen zur. Entstehung und Entwicklung von Galaxien, insbesondere entfernter junger Galaxien, die aufgrund ihres Staubgehalts hauptsächlich im fernen Infrarot ausstrahlen.

Entstehung und Entwicklung von Sternen, zum Beispiel durch großflächige Suche nach den frühesten Entwicklungsphasen der Sterne. Physik und Chemie der interstellaren Materie. Objekten in unserem Sonnensystem (Kometen und Planetenatmosphären). Nach mehreren Verschiebungen erfolgte der Start am 14. Mai 2009 um 13:12 Uhr UTC. Nach dem Brennschluss der Oberstufe wurde um 13:38 UTC das Herschel-Teleskop wenige Minuten vor dem Planck- Weltraum teleskop auf einer hochelliptischen Umlaufbahn mit einer Apogäumhöhe von 1.197.080 km und einer Bahnneigung zum Äquator von 6° ausgesetzt. Von diesem Orbit wurde es antriebslos innerhalb von sechzig Tagen in die vorgesehene Bahn um den Lagrangepunkt L2 des Erde-Sonne-Systems gebracht. Das Weltraum- teleskop fliegt auf einer 0,8-Millionen Kilometer Halo-Bahn um diesen Punkt. Dieser befindet sich, von der Sonne aus gesehen, ca. 1,5 Millionen Kilometer hinter der Erde.

Die Technik

An Bord befinden sich drei Instrumente (Kameras und Spektrometer), die im fernen Infraroten (Terahertzstrahlung) und Submillimeterbereich des elektromagnet ischen Spektrums bei Wellenlängen zwischen 57 und 670 µm arbeiten. Dieser Bereich kann vom Erdboden aus wegen des eingeschränkten atmosphärischen Fensters nicht beobachtet werden.

Die Experimente sind:

HIFI (Heterodyne Instrument for Far Infrared): hochauflösendes Spektrometer (157–625 µm) vom Netherlands Institute for Space Research.

PACS (Photodetector Array Camera and Spectrometer): abbildendes Photometer/Spektrometer (57–210 µm) vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München.

SPIRE (Spectral and Photometric Image Receiver): abbildendes Photometer/Spektrometer (200–670 µm) der University of Wales aus Cardiff.

Wegen seiner Größe kann Herschel nicht wie frühere Infrarotwelt- raumteleskope (zum Beispiel Infrared Astronomical Satellite (IRAS), Infrared Space Observatory (ISO), Spitzer-Weltraumteleskop) vollständig mit flüssigem Helium gekühlt werden. Stattdessen wird sein eigentliches Teleskop mit einem Schild von der Sonnenstrahlung abgeschirmt, so dass es durch Wärmeabstrahlung in den Weltraum passiv auf unter 90 Kelvin (−183 °C) abkühlen kann. Nur die drei Instrumente werden mit flüssigem Helium gekühlt, das für einen Betrieb von mindestens drei Jahren ausreichen soll. 

 

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by Klaus     www.mysterylands.eu